Wer eine Camper Reise plant, kommt schnell zu dem Thema Wasserversorgung während der Reise. Ist der Wassertank gut gefüllt reist es sich leichter unter entspannter. Duschen, Kochen, Heizen, alles ist möglich.
Trinkwasser im Wohnmobil ist ein eigenes kleines System, das geplant, gepflegt und vor allem hygienisch gut im Blick bleiben sollte. Mit einem durchdachten Wassermanagement, könnt IHr nicht nur Wasser sparen, sonder auch imer problemlos aus dem Hahn trinken.
Euer Vertrauen ist uns wichtig!
Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate Links. Das bedeutet, das wenn ihr über diese Links etwas kauft oder bucht, wir eine kleine Provision dafür erhalten. Euch entstehen dadurch keine Mehrkosten. Mit der Provision unterstützt Ihr unsere Arbeit.
Dafür sagen wir Danke!
Im Wohnmobil ist Wasser nicht nur zum Trinken da, sondern auch zum Kochen, Spülen und Duschen – und das oft fernab sicherer Leitungsnetze. Verunreinigtes Wasser kann schnell die Reise vermiesen, daher lohnt sich ein klarer Plan für Tank, Filter und Hygiene.
Moderne Filtertechnik und ein paar einfache Routinen machen es möglich, fast überall sicheres und gut schmeckendes Wasser zu nutzen.
Die richtige Tankgröße hängt stark von Reisedauer, Personenzahl und Komfortanspruch ab. Viele Reisemobile liegen zwischen 80 und 150 Litern Frischwasser, Expedition- und Langzeitmobile oft deutlich darüber. Grob könnt ihr mit 15–25 Litern Wasser pro Person und Tag rechnen, wenn ihr auch duschst und viel an Bord kocht.
Wer nur trinkt, kocht und minimal spült, kommt oft mit 7–10 Litern pro Person und Tag aus. Immer als grober Anhaltspunkt. Nutz man eine Trockentoilette, kann der Verbrauch im ein Vielfaches gesenkt werden.
Wassermanagement bedeutet, genau zu wissen, woher dein Wasser kommt, wie es in den Tank gelangt und wie es wieder „rausgeht“. Dafür bedarf es einer klaren Trennung: Befüllschlauch und Filter vor dem Tank, saubere Leitungen und ggf. ein zweites Filtersystem kurz vor dem Hahn.
Bewährt hat sich bei uns ein Faltbarer Wasserschlauch, den man wieder flach zusammenrollen kann. Idealerweise mit einer Länge von mindestens 10 m, besser 20m, da einige Wasserhähne etwas weiter vom Parkplatz entfernt liegen.
Wichtig ist, das man darauf achten muss, das keine Verschmutzungen in den Wassertank geraten. Ein Blick auf Füllstandsanzeige, Verbrauch und Entsorgung von Grauwasser gehört ebenfalls zum täglichen Routine-Check.
Der Tank selbst ist eine der wichtigsten Hygienestellen im Fahrzeug. Ablagerungen, Biofilm und stehendes Wasser bieten Bakterien und Algen ideale Bedingungen.
Daher solltet ihr den Tank regelmäßig entleeren, spülen und in sinnvollen Abständen mit geeigneten Reinigern und Desinfektionsmitteln behandeln. Viele Systeme kombinieren eine mechanische Reinigung (Spülen, ggf. Bürsten bei offenen Tanks) mit chemischer Desinfektion (z.B. chlor- oder silberhaltige Produkte). Wichtig ist, ausschließlich für Trinkwasser zugelassene Mittel zu verwenden und die Einwirkzeiten einzuhalten.
Für unsere Reinigung haben wir bisher immer ein eigene Mischung aus Citronsäure genutzt. Tank damit gefüllt, etwas mit dem Wohnmobil umher gefahren und dann abgelassen. Danach den Wassertank kräftig ausspühlen.
Es gibt drei große Gruppen von Wasserfiltern, die auch kombiniert werden können.
Sediment- und Partikelfilter:
Entfernen Sand, Rost, Schwebstoffe und gröbere Partikel, meist als Vorfilter vor dem Tank oder vor der Pumpe.
Aktivkohlefilter:
Verbessern Geschmack und Geruch und reduzieren viele chemische Stoffe wie Chlor und organische Rückstände, werden oft im Innenraum vor dem Trinkwasserhahn eingesetzt.
Feinfilter / Membranfilter (Keramik, Hohlfaser, Ultrafiltration):
Halten sehr kleine Partikel, Bakterien und viele Keime zurück und sorgen so für besonders hohe Wassersicherheit.
Dazu kommen ergänzend UVC-Systeme oder Keimsperren, die Bakterien und Viren im Wasser zusätzlich inaktivieren. Viele moderne Komplettsysteme kombinieren Sediment-, Aktivkohle- und Ultrafiltration plus Keimsperre in einem mehrstufigen Aufbau
Befüllfilter werden zwischen Wasserhahn am Stellplatz und Einfüllstutzen geschaltet und reinigen das Wasser bereits beim Tanken. Sie schützen den Tank vor Schmutz und einem Großteil der Keime, verlangsamen aber oft die Durchflussmenge.
Einbaufilter sitzen hinter dem Tank oder direkt vor der Entnahmestelle und sorgen dafür, dass das Wasser am Hahn Trinkwasserqualität erreicht. Die sicherste Lösung ist meist ein System, das beides kombiniert: Befüllfilter vor dem Tank und Feinfilter vor dem Trinkwasserhahn.
Damit das Wasser nicht „kippt“, sind einige Grundregeln entscheidend.
Tank möglichst voll oder leer, aber nicht dauernd halbgefüllt über lange Standzeiten.
Wasser in längeren Standphasen (z.B. nach dem Urlaub) komplett ablassen und bei Neustart frisch befüllen.
Schlauch und Anschlüsse sauber halten, Trinkwasserschläuche und passende Adapter nutzen.
Filterkartuschen regelmäßig wechseln, wie vom Hersteller vorgegeben, da Aktivkohle und Membranfilter mit der Zeit ihre Wirkung verlieren.
Viele Camper setzen auf eine Kombination aus regelmäßiger Tankpflege, Filtration und einer „Konservierung“ des Wassers mit zugelassenen Silber- oder Sauerstoffpräparaten. Auf Reisen nutzen wir zusätzlich immer MICROPUR, um das Wasser vor Keimbildung zu schützen.
Bei hohen Temperaturen ist die Gefahr der Verkeimung im Tank besonders groß.
Tank nicht tagelang halbvoll in der Sonne stehen lassen, lieber öfter frisch nachfüllen.
Leitungen regelmäßig durchspülen, damit kein lauwarmes Standwasser im System bleibt.
Noch konsequenter auf gute Filterung und ggf. Wasserzusätze achten, vor allem in südlichen Ländern oder bei fraglicher Leitungswasserqualität.
Im Winter kommen Frostschutz und Hygiene zusammen.
Bei Frostgefahr Tanks und Leitungen nach der Reise vollständig entleeren, um Schäden zu vermeiden.
Wer im Winter aktiv campt, sollte den Frischwassertank möglichst frostsicher im Innenraum oder isoliert haben und Leitungen vor dem Einfrieren schützen.
Nach längeren Winterstandzeiten vor Saisonbeginn Tank gründlich reinigen, desinfizieren und erst dann wieder als Trinkwasserquelle nutzen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten um seinen Wasservorrat aufzufüllen. Wir nutzen unteranderem die App park4night, in der auch Auffüllstationen verbucht sind. Ansonsten hier einpaar Alternativ Ideen:
Der häufigste Ort, um Trinkwasser für Dein Wohnmobil zu bekommen, sind Tankstellen. Gerade in Skandinavien im speziellen in Norwegen, haben fast alle Tankstellen entsprechende Ent- und Versorgungsstationen. Diese sind mit einem Wohnmobilzeichen gekennzeichnet.
Aber auch in Südeuropa, bieten sich Tankstellen zum auffüllen an. Hier sind die Wasserhähne nicht über all frei zugänglich. Wer nett fragt, bekommt meist auch den Zugang zum Frischwasser.
Jeder gute Campingplatz bietet die eine entsprechende Versorgung mit Frischwasser an. In der Regel sind diese Stellen oft kostenfrei oder es wird ein kleines Entgelt verlangt.
Es ist nicht über all gerne gesehen, aber auch an Friedhöfen lässt sich gut Wasser auffüllen. Eine entsprechende Schlauchlänge sollte vorhanden sein.
Es ist nicht die optimalste Variante und eigentlich ist vom Auffüllen aus Seen und Bächen abzuraten. Das Wasser aus der Natur ist voll mit Mikroorganismen, welche dorthin gehören, aber nicht in einen Frischwassertank. Es kann schnell zur Keimbildung kommen. Entsprechende Filter sollten im Wohnmobil verbaut sein.
An den öffentlichen Rastplätzen in Deutschland oder Österreich, würden wir kein Trinkwasser in unseren Tank abfüllen, da die Wasserhähne nur selten gereinigt werden.
An Rastplätzen mit Betreibern, kann man diese Fragen, ob eine Befüllung möglich ist. Je nach Land, kann dafür ein Entgelt verlangt werden.
In Skandinavien, vorne weg in Norwegen, gibt es an fast allen Rastplätzen auch entsprechende Ver- und Entsorgungsstellen. In der Regel kostenfrei. In Dänemark, wird je nach Station eine kleine Gebühr fällig.
Es geht doch nichts über den Kontakt zu den Einheimischen. Auch an Bauernhöfen kann man wegen Wasser gerne nachfragen. Meist wird einem hier weitergeholfen. Vielleicht kann man dann auch noch beim Bauern regionale Produkte aus eigener Produktion erwerben.
Ist die Not groß und die Gegend abgelegen, hilft auch gerne mal ein Supermarkt weiter.
Einfach Fragen. Wobei in Südeuropa von einer Befüllung aus dem Wasserhahn abgeraten werden muss. Das Wasser aus dem Hahn, hat oft keine Trinkwasser Qualität. In diesem Falls gibt es aber in den Supermärkten entsprechende 5l Wasserkanister zu kaufen, welche man dann einzeln in den Tank abfüllen darf.