Wer eine Camper Reise plant, kommt schnell zu dem Thema Wasserversorgung während der Reise. Ist der Wassertank gut gefüllt reist es sich leichter unter entspannter. Duschen, Kochen, Heizen, alles ist möglich.
Trinkwasser im Wohnmobil ist ein eigenes kleines System, das geplant, gepflegt und vor allem hygienisch gut im Blick bleiben sollte. Mit einem durchdachten Wassermanagement, könnt IHr nicht nur Wasser sparen, sonder auch imer problemlos aus dem Hahn trinken.
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Im Wohnmobil ist Wasser nicht nur zum Trinken da, sondern auch zum Kochen, Spülen und Duschen – und das oft fernab sicherer Leitungsnetze. Verunreinigtes Wasser kann schnell die Reise vermiesen, daher lohnt sich ein klarer Plan für Tank, Filter und Hygiene.
Moderne Filtertechnik und ein paar einfache Routinen machen es möglich, fast überall sicheres und gut schmeckendes Wasser zu nutzen.
Die Wasseranlage besteht meist aus mehreren Komponenten:
Frischwassertank zur Speicherung des sauberen Wassers.
Einfüllstutzen und Einfüllschlauch zum Befüllen des Tanks.
Wasserpumpe zur Förderung des Wassers.
Druck- oder Tauchpumpe, je nach Fahrzeugmodell.
Wasserleitungen zu Küche, Bad und Dusche.
Wasserhähne und Duscharmaturen.
Boiler oder Warmwasserbereiter.
Grauwassertank für Abwasser aus Dusche und Spüle.
Bei vielen Wohnmobilen sitzt der Frischwassertank im Innenraum oder in einer beheizten Sitzbank. Dadurch ist er besser vor Frost geschützt. Bei Wohnwagen und einigen Fahrzeugen befindet sich der Tank häufig außerhalb oder in einem weniger geschützten Bereich.
Die Größe des Tanks hängt vom Fahrzeug und vom persönlichen Reiseverhalten ab. Für ein Wochenende kann ein kleiner Tank ausreichen. Wer länger autark stehen möchte, benötigt mehr Vorrat – sollte aber trotzdem nicht unnötig viel Wasser transportieren, da jeder zusätzliche Liter das Fahrzeuggewicht erhöht.
Die richtige Tankgröße hängt stark von Reisedauer, Personenzahl und Komfortanspruch ab. Viele Reisemobile liegen zwischen 80 und 150 Litern Frischwasser, Expedition- und Langzeitmobile oft deutlich darüber. Grob könnt ihr mit 15–25 Litern Wasser pro Person und Tag rechnen, wenn ihr auch duschst und viel an Bord kocht.
Wer nur trinkt, kocht und minimal spült, kommt oft mit 7–10 Litern pro Person und Tag aus. Immer als grober Anhaltspunkt. Nutz man eine Trockentoilette, kann der Verbrauch im ein Vielfaches gesenkt werden.
Das Wasser sollte grundsätzlich nur an ausgewiesenen Trinkwasserstellen eingefüllt werden. Auf Campingplätzen, Stellplätzen und vielen Rastanlagen gibt es entsprechende Zapfstellen. Wasserhähne ohne Kennzeichnung oder Quellen unbekannter Herkunft solltest du dagegen nicht ungeprüft verwenden.
Achte beim Befüllen auf folgende Punkte:
Verwende einen eigenen, lebensmittelechten Frischwasserschlauch.
Halte den Schlauch sauber und lagere ihn getrennt vom Abwasserschlauch.
Lege den Schlauch nicht auf den Boden.
Stecke den Schlauch niemals direkt in schmutzige oder ungeschützte Öffnungen.
Nutze möglichst einen separaten Adapter oder Trichter für den Frischwassertank.
Lasse das Wasser kurz laufen, bevor du es auffängst oder den Tank befüllst.
Für Trinkwasseranlagen werden häufig Schläuche mit KTW- oder DVGW-W270-Eignung empfohlen. Diese Materialien sind für den Kontakt mit Trinkwasser vorgesehen. Gewöhnliche Garten- oder Teleskopschläuche sind für die Frischwasserversorgung nicht die beste Wahl.
Wassermanagement bedeutet, genau zu wissen, woher dein Wasser kommt, wie es in den Tank gelangt und wie es wieder „rausgeht“. Dafür bedarf es einer klaren Trennung: Befüllschlauch und Filter vor dem Tank, saubere Leitungen und ggf. ein zweites Filtersystem kurz vor dem Hahn.
Bewährt hat sich bei uns ein Faltbarer Wasserschlauch, den man wieder flach zusammenrollen kann. Idealerweise mit einer Länge von mindestens 10 m, besser 20m, da einige Wasserhähne etwas weiter vom Parkplatz entfernt liegen.
Wichtig ist, das man darauf achten muss, das keine Verschmutzungen in den Wassertank geraten. Ein Blick auf Füllstandsanzeige, Verbrauch und Entsorgung von Grauwasser gehört ebenfalls zum täglichen Routine-Check.
Der Tank selbst ist eine der wichtigsten Hygienestellen im Fahrzeug. Ablagerungen, Biofilm und stehendes Wasser bieten Bakterien und Algen ideale Bedingungen.
Daher solltet ihr den Tank regelmäßig entleeren, spülen und in sinnvollen Abständen mit geeigneten Reinigern und Desinfektionsmitteln behandeln. Viele Systeme kombinieren eine mechanische Reinigung (Spülen, ggf. Bürsten bei offenen Tanks) mit chemischer Desinfektion (z.B. chlor- oder silberhaltige Produkte). Wichtig ist, ausschließlich für Trinkwasser zugelassene Mittel zu verwenden und die Einwirkzeiten einzuhalten.
Für unsere Reinigung haben wir bisher immer ein eigene Mischung aus Citronsäure genutzt. Tank damit gefüllt, etwas mit dem Wohnmobil umher gefahren und dann abgelassen. Danach den Wassertank kräftig ausspühlen.
Eine regelmäßige Reinigung ist einer der wichtigsten Punkte für eine hygienische Wasserversorgung. In Tank und Leitungen können sich mit der Zeit Kalk, Ablagerungen und Biofilm bilden. Viele Campingratgeber empfehlen eine gründliche Reinigung mindestens zweimal pro Jahr – idealerweise zu Beginn und am Ende der Saison.
Lasse das Wasser über das Ablassventil ab. Öffne zusätzlich alle Wasserhähne, damit auch die Leitungen möglichst leer laufen. Bei Fahrzeugen mit Boiler muss die Bedienungsanleitung beachtet werden, da sich dort ebenfalls Wasser befinden kann.
Wenn der Tank zugänglich ist, kannst du sichtbare Ablagerungen mit einer neuen, sauberen Bürste oder einem geeigneten Tuch entfernen. Besonders wichtig sind der Tankboden, die Ecken sowie der Einfüllstutzen.
Auch Einfüllschlauch, Tankdeckel und Wasseranschlüsse sollten kontrolliert und gereinigt werden. Eine chemische Reinigung allein entfernt festsitzende Beläge nicht immer vollständig.
Verwende ausschließlich ein Reinigungs- oder Desinfektionsmittel, das für Trinkwassersysteme beziehungsweise Frischwassertanks geeignet ist. Die Dosierung und Einwirkzeit unterscheiden sich je nach Produkt.
Fülle die Reinigungslösung in den Tank und verteile sie anschließend im gesamten Wassersystem. Dazu werden nacheinander alle Wasserhähne geöffnet – auch Dusche und gegebenenfalls Außenanschluss –, bis die Lösung aus den Armaturen austritt.
Lasse das Mittel so lange einwirken, wie es in der Gebrauchsanweisung angegeben ist. Eine längere Einwirkzeit ist nicht automatisch besser und kann bei falscher Dosierung Materialien oder Dichtungen belasten.
Nach der Einwirkzeit wird die Reinigungslösung vollständig abgelassen. Anschließend sollte der Tank mindestens ein- bis zweimal mit klarem Wasser gefüllt und durch alle Entnahmestellen gespült werden. Es dürfen weder Reinigungsmittelreste noch ungewöhnliche Gerüche oder Schaumbildung zurückbleiben.campingwagner
Hausmittel wie Essig oder Zitronensäure können bei Kalkablagerungen hilfreich sein, sind aber nicht für jede Wasseranlage und jedes Material geeignet. Außerdem entfernen sie nicht automatisch alle hygienisch relevanten Verunreinigungen.
Spezialreiniger für Wohnmobil- und Wohnwassertanks sind auf die jeweiligen Einsatzbereiche abgestimmt. Entscheidend ist immer, die Produktbeschreibung zu lesen und keine Reinigungsmittel miteinander zu vermischen.
Es gibt drei große Gruppen von Wasserfiltern, die auch kombiniert werden können.
Sediment- und Partikelfilter:
Entfernen Sand, Rost, Schwebstoffe und gröbere Partikel, meist als Vorfilter vor dem Tank oder vor der Pumpe.
Aktivkohlefilter:
Verbessern Geschmack und Geruch und reduzieren viele chemische Stoffe wie Chlor und organische Rückstände, werden oft im Innenraum vor dem Trinkwasserhahn eingesetzt.
Feinfilter / Membranfilter (Keramik, Hohlfaser, Ultrafiltration):
Halten sehr kleine Partikel, Bakterien und viele Keime zurück und sorgen so für besonders hohe Wassersicherheit.
Dazu kommen ergänzend UVC-Systeme oder Keimsperren, die Bakterien und Viren im Wasser zusätzlich inaktivieren. Viele moderne Komplettsysteme kombinieren Sediment-, Aktivkohle- und Ultrafiltration plus Keimsperre in einem mehrstufigen Aufbau
Befüllfilter werden zwischen Wasserhahn am Stellplatz und Einfüllstutzen geschaltet und reinigen das Wasser bereits beim Tanken. Sie schützen den Tank vor Schmutz und einem Großteil der Keime, verlangsamen aber oft die Durchflussmenge.
Einbaufilter sitzen hinter dem Tank oder direkt vor der Entnahmestelle und sorgen dafür, dass das Wasser am Hahn Trinkwasserqualität erreicht. Die sicherste Lösung ist meist ein System, das beides kombiniert: Befüllfilter vor dem Tank und Feinfilter vor dem Trinkwasserhahn.
Damit das Wasser nicht „kippt“, sind einige Grundregeln entscheidend.
Tank möglichst voll oder leer, aber nicht dauernd halbgefüllt über lange Standzeiten.
Wasser in längeren Standphasen (z.B. nach dem Urlaub) komplett ablassen und bei Neustart frisch befüllen.
Schlauch und Anschlüsse sauber halten, Trinkwasserschläuche und passende Adapter nutzen.
Filterkartuschen regelmäßig wechseln, wie vom Hersteller vorgegeben, da Aktivkohle und Membranfilter mit der Zeit ihre Wirkung verlieren.
Viele Camper setzen auf eine Kombination aus regelmäßiger Tankpflege, Filtration und einer „Konservierung“ des Wassers mit zugelassenen Silber- oder Sauerstoffpräparaten. Auf Reisen nutzen wir zusätzlich immer MICROPUR, um das Wasser vor Keimbildung zu schützen.
Bei hohen Temperaturen ist die Gefahr der Verkeimung im Tank besonders groß.
Tank nicht tagelang halbvoll in der Sonne stehen lassen, lieber öfter frisch nachfüllen.
Leitungen regelmäßig durchspülen, damit kein lauwarmes Standwasser im System bleibt.
Noch konsequenter auf gute Filterung und ggf. Wasserzusätze achten, vor allem in südlichen Ländern oder bei fraglicher Leitungswasserqualität.
Im Winter kommen Frostschutz und Hygiene zusammen.
Bei Frostgefahr Tanks und Leitungen nach der Reise vollständig entleeren, um Schäden zu vermeiden.
Wer im Winter aktiv campt, sollte den Frischwassertank möglichst frostsicher im Innenraum oder isoliert haben und Leitungen vor dem Einfrieren schützen.
Nach längeren Winterstandzeiten vor Saisonbeginn Tank gründlich reinigen, desinfizieren und erst dann wieder als Trinkwasserquelle nutzen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten um seinen Wasservorrat aufzufüllen. Wir nutzen unteranderem die App park4night, in der auch Auffüllstationen verbucht sind. Ansonsten hier einpaar Alternativ Ideen:
Der häufigste Ort, um Trinkwasser für Dein Wohnmobil zu bekommen, sind Tankstellen. Gerade in Skandinavien im speziellen in Norwegen, haben fast alle Tankstellen entsprechende Ent- und Versorgungsstationen. Diese sind mit einem Wohnmobilzeichen gekennzeichnet.
Aber auch in Südeuropa, bieten sich Tankstellen zum auffüllen an. Hier sind die Wasserhähne nicht über all frei zugänglich. Wer nett fragt, bekommt meist auch den Zugang zum Frischwasser.
Jeder gute Campingplatz bietet die eine entsprechende Versorgung mit Frischwasser an. In der Regel sind diese Stellen oft kostenfrei oder es wird ein kleines Entgelt verlangt.
Es ist nicht über all gerne gesehen, aber auch an Friedhöfen lässt sich gut Wasser auffüllen. Eine entsprechende Schlauchlänge sollte vorhanden sein.
Es ist nicht die optimalste Variante und eigentlich ist vom Auffüllen aus Seen und Bächen abzuraten. Das Wasser aus der Natur ist voll mit Mikroorganismen, welche dorthin gehören, aber nicht in einen Frischwassertank. Es kann schnell zur Keimbildung kommen. Entsprechende Filter sollten im Wohnmobil verbaut sein.
An den öffentlichen Rastplätzen in Deutschland oder Österreich, würden wir kein Trinkwasser in unseren Tank abfüllen, da die Wasserhähne nur selten gereinigt werden.
An Rastplätzen mit Betreibern, kann man diese Fragen, ob eine Befüllung möglich ist. Je nach Land, kann dafür ein Entgelt verlangt werden.
In Skandinavien, vorne weg in Norwegen, gibt es an fast allen Rastplätzen auch entsprechende Ver- und Entsorgungsstellen. In der Regel kostenfrei. In Dänemark, wird je nach Station eine kleine Gebühr fällig.
Es geht doch nichts über den Kontakt zu den Einheimischen. Auch an Bauernhöfen kann man wegen Wasser gerne nachfragen. Meist wird einem hier weitergeholfen. Vielleicht kann man dann auch noch beim Bauern regionale Produkte aus eigener Produktion erwerben.
Ist die Not groß und die Gegend abgelegen, hilft auch gerne mal ein Supermarkt weiter.
Einfach Fragen. Wobei in Südeuropa von einer Befüllung aus dem Wasserhahn abgeraten werden muss. Das Wasser aus dem Hahn, hat oft keine Trinkwasser Qualität. In diesem Falls gibt es aber in den Supermärkten entsprechende 5l Wasserkanister zu kaufen, welche man dann einzeln in den Tank abfüllen darf.